Incredible India

Nach etwa 14 Stunden Flug (Stuttgart - London - Chennai) waren Marie-Line und ich froh, als wir endlich im Hotel eingetroffen sind. Die ersten beiden Tage haben wir (Jet Lag bedingt) gar nicht so viel unternommen sondern sehr viel geschlafen, doch kamen mir die drei bis vier Stunden Ausflug doch sehr reichhaltig und intensiv vor. Farbig, chaotisch, lebendig, laut… das sind Worte, mit denen man die Atmosphäre beschreiben kann. Bei der ersten Fahrt mit der Motorriksha im Hauptverkehr kam ich mir vor wie in einer Achterbahn. In einer Achterbahn kommt allerdings in der Regel niemand entgegen!
Mit den Hotels hatten wir es ganz gut getroffen, die Zimmer waren annehmbar sauber und auch von der Toilette / Bad her in Ordnung. Nicht so schlimm, dass manchmal kein warmes Wasser kommt und dafür in einem Zimmer morgens nur heisses Wasser.

Die Leute in Tamil Nadu (dem Distrikt um Chennai herum) sind im allgemeinen sehr freundlich. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass es irgendwo gefährlich war, als Tourist herumzulaufen - und das, obwohl wir ausgerechnet in der Millionenstadt bei Spaziergängen richtig aufgefallen sind und angestarrt wurden wie Ausserirdische. Es waren aber auch extrem wenig Europäer unterwegs. Es wurde uns aber auch sowohl von Europäern als auch Indern bestätigt, dass die Bewohner der nördlichen Provinzen Indiens sehr viel unfreundlicher sind. Und nach zwei Tagen hatten wir dann auch langsam die Rikshafahrer im Griff und wurden nicht immer am Ende einer Tour zum “Shopping” gefahren. Einkaufen in Indien hat mir nicht wirklich Spaß gemacht. Wenn man es erst einmal gewagt hat, in einen Laden zu gehen, kommt man fast nicht mehr raus. Der Inhaber zeigt einem wirklich alles, in der Hoffnung, doch noch etwas (oder überhaupt etwas) zu verkaufen. Von wegen gemütlich umschauen…
Nachdem wir uns an die dortige Uhrzeit angepasst hatten, ging es per Bus weiter nach Golden City zu unserem Seminar an der Oneness-University. Dazu gibts allerdings in den nächsten Tagen noch einen extra Text!

Wir haben dann abwechselnd immer einen Tag eine kleinere oder grössere Sightseeing-Tour gemacht und uns den folgenden Tag ausgeruht. Ein paar Highlights waren dabei eine Krokodilfarm, der Tempel der 500 Stufen (richtig abenteuerlich, da wir - wieder mal als einzige Touristen - zwischen lauter Indern durch diesen Tempel geschoben wurden, ohne zu wissen, was geschehen wird und von Priestern, die dem zweiten Indiana Jones Film entsprungen sein könnten, gesegnet wurden), eine Menge Tempel und sonstiger Relikte sowie ein Besuch in Auroville. Ich werde auf jeden Fall versuchen, innerhalb der nächsten 4 Wochen eine Bildergalerie dazu online zu stellen. Nun ja, zusammen haben wir fast 500 Fotos gemacht, die ich jetzt noch sichten und teilweise nachbearbeiten muss.
Ach ja, an Tieren gibt es haufenweise Krähen (dass die Vogelwelt dort sehr vielseitig ist, sieht man erst beim näheren Hinschauen), Kühe, Streifenhörnchen (die leider morgens auch schon sehr laut pfeifen), Kühe, Wildhunde (zum Glück nicht aggressiv und im Gegensatz zum Rest der Tierwelt auch meistens nicht all zu laut), Kühe und Affen. Hm, habe ich die Kühe schon erwähnt??? Die sind wirklich überall zu finden, ernähren sich durchaus mal auf einer Müllhalde, legen sich gemütlich auf die Autobahn oder stellen sich bei Regen auch mal bei einem Souvenirladen unter. Und mögen noch weniger durch Pfützen unbekannter Tiefe laufen als unsereiner.

Insgesamt gesehen, fand ich die drei Wochen total interessant und abenteuerlich, eine Möglichkeit, viele Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu sehen (und sehen zu müssen). Ich kann mir gut vorstellen, mal wieder Urlaub dort zu machen, doch auf der anderen Seite ist kein “muss ich bald wieder haben” aufgekommen. Auf jeden Fall kann ich jetzt einige der Dinge, die ich hier im Leben habe, wieder viel mehr schätzen!
Erstellt am 27.03.2008 • Letzte Änderung am 05.01.2009 15:55