13.06.14

Mit leichtem Gepäck nach Rom

Nachdem Marie-Line und ich letztes Jahr mit Ryan-Air nach Stockholm geflogen sind, haben wir mitbekommen, dass man doch einiges günstiger fliegen kann, wenn man nur mit Handgepäck reist, also mit einem kleinen Koffer und einer Hand- (oder in meinem Fall Foto-)tasche. Wir haben uns gedacht, dass wir damit doch eine Woche in Rom klarkommen müssten. Und tatsächlich, es hat geklappt!

Vorher kam es mir schon einige Mal so vor, als wären wir da in irgendeinem Sparmodus. Neben dem Flug mit der Billig-Linie hatten wir uns auch in einem Hotel etwas ausserhalb Roms einquartiert, was den Preis im Vergleich zu einem Hotel in Stadtmitte doch glattweg halbiert hat. Allerdings waren wir damit auch ungefähr vier Kilometer von der nächsten U-Bahn Station entfernt. Und die Fahrt am ersten Tag vom Flughafen bis zum Hotel war dann auch schon ein kleines Abenteuer. Aber wir haben den passenden Ausstieg auf Anhieb erwischt und konnten gemütlich noch kurz vor einem ganzen Bus voller Japaner einchecken.

Bei der Gelegenheit: Die Mitarbeiter an der Rezeption waren jederzeit sehr freundlich, hilfsbereit, geduldig mit unseren Fragen und immer gut drauf. So haben sie uns doch glattweg noch einen Wasserkocher für unser ansonsten gut ausgestattetes Zimmer organisiert. Und wir konnten für den folgenden (und alle weiteren Tage) den hauseigenen Bus-Shuttle zur nächsten U-Bahn-Linie buchen. So hatten wir teilweise unseren privaten Chauffeur!

​Der Nahverkehr in und um Rom herum ist wirklich gut organsiert und auch ziemlich zuverlässig. Bei den Buslinien ist es allerdings nicht so ganz einfach, die Strecken herauszufinden. Google kennt sie aber alle. Zu bestimmten Zeiten könnten klaustrophobe oder homophobe Menschen allerdings durchaus ihre Probleme damit haben. Wenn der Andrang gross ist, wird auch der kleinste Raum genutzt und ich war hin und wieder erstaunt, dass die Türen überhaupt noch zugingen. Es wird zum Glück nicht grob gedrängelt, man steht aber schon dicht gepackt da. Ich hätte einmal gerne ein Foto davon gemacht, aber ich hatte keine Chance, ihn aus der Tasche zu holen.

​Ich kam mir vor, wie wenn ich den ganzen Tag in einem Freiluftmuseum unterwegs gewesen wäre. Überall antike Bauwerke und alte Gebäude - und das ganze in allen möglichen Erhaltungszuständen. Wobei ich auch das Gefühl nie ganz losgeworden bin, dass selbst die modernen Bauwerke immer etwas veraltet und heruntergekommen aussahen. Vom Hauptbahnhof bis zum Flughafen.

​Einen Tag waren wir am Petersplatz. Und haben uns dann auch nur das Treiben auf dem Platz dort angesehen und nicht versucht, in den Dom zu gelangen. Grob geschätzt kann man da Nachmittags mit einer Wartezeit in der Schlange von 1-2 Stunden rechnen. Es dauert einfach sehr lange, bis man durch die strengen Kontrollen gelangt. Von einer netten Familie, die wir im Hotel-Bus-Shuttle kennen gelernt haben, haben wir erfahren, dass man ohne grössere Wartezeit eigentlich nur morgens ab 7 oder 8 Uhr den Petersdom besichtigen kann. Und das war uns dann doch zu früh. Bis wir es von unserem Hotel dorthin geschafft hätten, hätten wir glattweg gegen 4 Uhr aufstehen müssen.

​Aber was solls, auch ohne den Petersdom und das Colloseum (das wir auch nur von aussen gesehen haben) haben wir genügend Sehenswürdigkeiten entdecken können. Ein Highlight war für mich das Pantheon mit seiner tollen Architektur und Atmosphäre. Der Trevi-Brunnen, der Park bei der Villa Borghese, das Altstadtviertel Trastevere... und dazu noch (gefühlt) Dutzende von Kirchen. Eine schöner wie die andere (obwohl einige auch schon heftig vom Zahn der Zeit angenagt waren) und ein paar hatten wir praktisch für uns alleine. Na ja, die meisten Touristen standen ja woanders in der Schlange.

Zwei ganz untypische Sachen haben wir auch erlebt: Zum einen sind wir durch Plakate auf das „Festival dell'Oriente“ aufmerksam gemacht worden. Da unser 7 Tage Verbundticket auch für die Bahn in der Umgebung von Rom galt, konnten wir damit bis zum Messegelände fahren. Zwei Hallen voller Verkaufs- und Kultur- und Wellness-Ständen aus dem asiatischen Kulturkreis hat uns dann doch einige Stunden interessiert.

​Ausserdem gab es natürlich auch leckere Dinge zum Essen und Probieren. Genial gut war „laktosefreies Eis“ (also ohne Milch hergestellt). Ich hätte so ohne weiteres nicht erkannt, dass die Milch fehlt, aber die Biozutaten hat man wirklich geschmeckt. Schade, dass man da nix mit heim nehmen konnte. Die ganze Zeitprochen lecker.

​Die ganze Zeit liefen auch Tanzshows, Vorführungen aus dem Kampfsportbereich sowie die Darbietungen einiger anderer Künstler. War auch sehr interessant, allerdings auch sehr, sehr laut. Deshalb haben wir uns zwischendurch einen Cappuccino ausserhalb der Hallen und damit eine Pause gegönnt. Ah ja, egal wo wir Eis oder Cappuccino hatten, der war jedesmal ausgesprochen lecker.

​Auf dieser Messe wurden wir dann von einem Krishna Anhänger für den nächsten Tag zu einem feierlichen Zug durch die Innenstadt eingeladen. Die haben wir auch angenommen und sind dann so ungefähr anderthalb Stunden singend und tanzend vom Piazza del Popolo ein Stück die Via del Corso hinunter gezogen. Und wurden dabei natürlich von ganzen Horden von Touristen und Römern begafft und fotografiert. Als der Wagen der Prozession dann wieder umgekehrt ist, sind wir dann aber lecker zum Essen gegangen.

​Im Gegensatz zu Stockholm, Salzburg und Berlin, die alle das Prädikat „müssen wir mal wieder hin“ bekommen haben, waren Marie-Line und ich uns allerdings einig, dass uns ein Besuch in Rom jetzt doch erst mal völlig ausreicht. Vielleicht deshalb, weil es aufgrund des Lärms und der vielen Touristen doch etwas anstrengend war. Trotzdem kann ich einen Besuch in dem „Freiluftmuseum“ jederzeit empfehlen.

Zu diesem Artikel gibt es auch eine Fotogalerie

 

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